Auf
Wangerooge steht in der Nähe des alten Leuchtturms die Nikolai-Kirche. Sie
ist bereits die vierte Kirche auf der Insel.
Hören Sie
die Glocken der Nikolaikirche
In
einer holländisch-friesischen Urkunde aus dem Jahr 1327 finden sich erste
schriftliche Hinweise auf die erste kleine Inselkirche. Holländische
Segelhandbüchern aus dieser Zeit nennen sie »dat Stenhus up Wangero«, das
Steinhaus auf Wangerooge – für die
Seeleute eine wichtige Landmarke zum Einsegeln in die Weser. Damals befand
sich die Kirche drei Kilometer westlich des heutigen Westenstrandes der
Insel. Nach der Reformationszeit hat sie wahrscheinlich lange leer und »wüst«
gestanden. Sie verfiel immer mehr und und stürzte schließlich 1597 ein.
1597
bauten die Wangerooger dann am heutigen Nordweststrand einen großer Turm,
der als weithin sichtbares Seezeichen diente. Das 1. Stockwerk über dem gewölbten
Erdgeschoß war der Kirchraum, in dem über 250 Jahre lang Gottesdienste
gefeiert wurden.
Der alte Westturm 1909
Der
Turm mit Kirche stand damals mitten im Dorf. Als er nach Sturmfluten einzustürzen
drohte, verließen die noch auf der Insel verbliebenen Einwohner ihre Häuser
und siedelten nach Osten über. Schließlich stand vom ehemaligen Dorf, dass
1854 unterging, nur noch der Westturm. Er wurde 1914 aus militärischen Gründen
von Pionieren gesprengt.
Durch
Mithilfe des Diaspora-Hilfswerkes »Gustav-AdolfVerein«, durch staatliche
Unterstützung und durch Sammlungen konnte dann 1866 dann an der Stelle, wo
heute die Nikolai-Kirche steht, eine kleine Kapelle gebaut werden.
Die alte Dorfkirche 1897
Vier
mal im Jahr kam vom Festland ein Pastor zu Gottesdiensten, Trauungen und
Taufen auf die Insel. Erst seit 1895 ist die Pfarrstelle ständig besetzt.
Da
die Zahl der Einwohner auf Wangerooge stetig zunahm, wurde beschlossen, an
der gleichen Stelle eine größere Kirche zu bauen. Vorübergehend feierte
die Wangerooger Gottesdienst im Saal des damaligen Hotels Jürgens, dem
heutige Parkhotel am Dorfplatz. Am 19. Juni 1910 konnte die neue Kirche dann
eingeweiht werden. Der Großherzog von Oldenburg stiftete die Kanzel und den
jetzt im Vorraum aufgestellten Altar.
Der
zweite Weltkrieg hinterließ seine Spuren an dem Gebäude. Doch die Kirche
konnte 1950 wiederhergestellt werden. Sie wurde dabei innen völlig
umgestaltet und bekam ein freundliches, helleres Aussehen. Die von dem
Delmenhorster Kirchenmaler Hermann Oetken geschaffenen Kirchenfenster wurden
von Gemeindegliedern gestiftet.
Glasfenster über dem Altar
Es
folgten noch weitere Renovierungen und Ergänzungen. Neben der alten Glocke
fanden zwei weitere Platz. 1963 erhielt die Kirche eine große neue
Walcker-Orgel auf der erweiterten Empore. Nachdem eine Bö das Kreuz vom
Kirchturm abknickt hatte, bekam der Turm ein Kupferdach; es verlor damit
seine charakteristischen Rundungen.
Die
Kirche verdankt ihren Namen dem Heiligen Nikolaus. Er war im 5. Jahrhundert
Bischof von Myra in Kleinasien und später Patron verschiedener Städte, der
Seefahrer und der Kinder. Die Namensnennung »Nikolai-Kirche« erfolgte 1929
anläßlich der 125-Jahr-Feier des damaligen oldenburgischen Seebades.
Diese von dem Kirchenmaler Hermann Oetken
geschaffene Wasserwelle lädt Sie ein in die